Toxinschocksyndrom

Lesezeit: 4 Min.

Junge Frau liegt mit Fieber oder Kopfweh im Bett
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Das Toxinschocksyndrom ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Vor allem junge Frauen sind davon betroffen. In seltenen Fällen wird die Krankheit lebensbedrohlich.
Staphylokokken- und Streptokokken-Bakterien in Petrischale
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Das toxische Schocksyndrom wird durch giftige Stoffwechselprodukte von Bakterien ausgelöst. Häufig handelt es sich um Staphylokokken - weniger um Streptokokken - die über Wunden oder Fremdkörper in den Organismus gelangen. Bei Frauen kann das Benutzen von Tampons zur Infektion führen.
Frau mit Tampon in der Hand
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Besonders stark saugfähige Tampons bergen für Frauen ein erhöhtes Risiko, ein Toxinschocksyndrom auszulösen. Durch ihre hohe Saugfähigkeit werden sie länger in der Scheide belassen und die Bakterien können dort das Gift (Toxin) bilden, welches in die Schleimhäute gelangt. Tampons sollten deshalb alle vier Stunden gewechselt werden.
Frau auf Toilette
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Bei Stuhlgang oder Durchfall sollte das Tampon öfter gewechselt werden, um eine eventuelle Infektion zu vermeiden.
Frau mit Erkältung und Schnupfen
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Ein Toxinschocksyndrom kann auch als Folgeerscheinung einer Grippe oder als Komplikation der Windpocken auftreten. Das nicht-menstruelle Toxinschocksyndrom kann im Zusammenhang mit einer Antibiotikaresistenz stehen.
Frau nach der Geburt
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Frauen haben nach der Geburt ein erhöhtes Risiko, an einem Toxinschocksyndrom zu erkranken. Auch operative Eingriffen steigern das Infektionsrisiko.
Frau kratzt sich am Arm
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Das Toxinschocksyndrom tritt recht plötzlich in Erscheinung - oft äußern sich die Symptome gegen Ende der Monatsblutung. Betroffene fühlen sich sehr krank, es kommt zu starkem Fieber, Blässe und Herzrasen. Neben den klassischen Symptomen eines Schocks erscheint ein Hautausschlag insbesondere an Händflächen und Fußsohlen, der einem Sonnenbrand ähnelt.
Frau mit Übelkeit
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Weiterhin können Magen-Darm-Beschwerden auftreten und es kann zu Durchfällen und zu Erbrechen kommen. Glieder- und Muskelschmerzen sowie Kopfschmerzen sind eine weitere mögliche Folge des Syndroms. Wird das Syndrom über längere Zeit nicht behandelt, kann dies zum Versagen lebenswichtiger Organe führen.
Antibiogramm zeigt Streptokokken-Bakterien in Petrischale
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Bei einem Toxinschocksyndrom zeigen sich im Blut erhöhte Entzündungswerte sowie Antikörper, die sich gegen das Bakteriengift richten. Durch die Entnahme eines Abstriches aus der Scheide können die Bakterien nachgewiesen und ein Antibiogramm erstellt werden.
Frau mit Venenzugang im Krankenhaus
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Fremdkörper wie Tampons, die im Körper verweilen, müssen zunächst entfernt werden. Die Therapie erfolgt meist im Krankenhaus, manchmal auch auf der Intensivstation. Über die Vene werden Antibiotika und Flüssigkeit verabreicht, auch Schmerz- und Beruhigungsmittel können zum Einsatz kommen.
Frau im Krankenhausbett
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Der Verlauf des Toxinschocksyndroms ist unterschiedlich und hängt von einer frühzeitigen Behandlung ab. Ohne ausreichende Behandlung mit Antibiotika kann das Syndrom erneut auftreten.
Frau beim Händewaschen
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Um einem Toxinschocksyndrom vorzubeugen, sollte großer Wert auf Hygiene während der Periode gelegt werden. Waschen Sie sich die Hände bevor Sie ein neues Tampon einführen und belassen Sie dieses nicht zu lange im Körper.
Frau mit Desinfektionsmittel in der Hand
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Falls es keine Möglichkeit gibt, sich die Hände vor dem Benutzen eines Tampons gründlich zu waschen, ist es empfehlenswert, kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel in der Handtasche mitzuführen.
Tampon mit Einführhilfe
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Tampons mit Einführhilfe eigen sich gut für unterwegs. Das Tampon ist hygienisch verpackt und muss nicht mit den Händen berührt werden. Die Einführhilfe wird im Anschluss entsorgt.

aktualisiert am 01.02.2021

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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