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MedizinforumForum für Orthopädie

Für Kniegelenk zu jung?

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3 Beiträge - 2001 Aufrufe
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stoffele  fragt am 07.07.2012
Ich (37) bin in Tübingen in der Cronaklinik in Behandlung. Mein Knie ist total im Eimer, sämtliche konservative Behandlungen und auch eine OP im Januar in der mir Löcher in die Kniescheibe gebort wurden, haben nicht gebracht. Laut Aussage meines Arztes ist mein Knorpel hochgradig verschlissen. Die meiste Zeit liege ich nur im Bett. Nach 1 1/2 Jahren Dauerschmerzen geht seit 3 Monaten immer weiter bergab. Ich komm fast nur noch mit dem Rollstuhl vorwärts und sitzen geht max. eine halbe Stunde. Mein Arzt will mir aber kein künstliches Kniegelenk verpassen, obwohl er auch keine Alternativen mehr hat. Die Begründung ist immer die Gleiche, dass ich zu JUNG bin! Das ist ja auch schön das ich jung bin, aber ich habe kein Leben mehr!
Habt Ihr Ratschläge oder Argumente, oder hat jemand von euch auch jung das Kniegelenk bekommen?
Über Tips würde ich mich freuen. Danke!

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Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Orthopäde und Unfallchirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 12.12.2014
Hallo Stoffele,

Natürlich ist die ganze Sache eine Katastrophe, und kein Operateur ist glücklich darüber, bei einem jungen Patienten ein künstliches Gelenk einzusetzen.
Aber wenn alle anderen Therapieoptionen wirklich ausgeschöpft sind, kann man auch in Ihrem Alter zumindest erwägen, ein künstliches Gelenk einzusetzen. Wir machen dies in Fällen, wenn die Patienten wirklich wollen und die Konsequenzen klar sind-künstliche Knie bei jungen Patienten haben wahrscheinlich sogar eine schlechtere Standzeit als Knie bei Älteren-erklärt wird dies durch den höheren Aktivitätsgrad. Wenn das Knie sich dann nach (nur annahmehalber) 14 Jahren lockert und muss gewechselt werden, geht wieder körpereigener Knochen beim Wechsel verloren... Und beim nächsten Wechsel wieder ein wenig mehr. Das bedeutet, die Prothese innen drinnen wird immer ein bisschen grösser und länger, der eigene Knochen immer dünner und zerbrechlicher...

Möglicherweise stehen Sie dann schon weit vor 60 mit einer nur schwer lösbaren Situation dar.
Aber andersrum-Sie leben ja auch JETZT, und nach viel Lebensqualität hört es sich nicht an.

Wenn Sie sich über all das im klaren sind und Ihr Knie therapeutisch sonst quasi am Ende ist-melden Sie sich, und wir können Ihr Problem selber angehen oder Ihnen jemanden nennen, der sich der Sache annimmt.
Insbesondere bei jungen Patienten halte ich es für extrem wichtig, dass ein sehr erfahrener Operateur die Sache macht, damit das Ergebnis gut wird.

Ein Nachsatz noch-es klingt ein bisschen so, als ob sich bei Ihnen der Schmerz durch die lange Leidensdauer schon regelrecht eingebrannt hat; Ihr Körper hat ein Schmerzgedächtnis aufgebaut.

Das könnte bedeuten, dass Sie auch mit einem künstlichen Gelenk nicht absolut beschwerdefrei werden. Die Chance, das die Schmerzen durch ein OP deutlich abnehmen, ist jedoch so gross, dass es meines Erachtens nach zu überlegen ist.

Grüsse aus Hessisch Lichtenau,

Tobias Radebold

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Portrait Dr. med. Frank O. Steeb, Orthopädische Privatpraxis Dr. Steeb, Stuttgart, Orthopäde
Dr. Steeb  sagt am 15.12.2014
Hallo Stoffele,
welche konservativen Therapiemaßnahmen wurden bisher versucht?
Mit freundlichen Grüssen
Dr. Steeb

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