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MedizinforumForum für Orthopädie

Erfahrungen mit Knie-OP: Knorpel + Patelladistalisierung?

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7 Beiträge - 1102 Aufrufe
?
Timo911  fragt am 24.05.2022
Guten Abend liebe Community,

Ich melde mich hier, weil ich angesichts meiner Knie-Diagnose aktuell ziemlich verzweifelt bin und mir hier einen Ratschlag von Experten oder Leidensgenossen erhoffe. Ich bin über jeden einzelnen Rat oder Erfahrungsbericht dankbar! :)

Kurz zu mir:

Ich (männlich, 30) hatte schon seit ca. meinem 16. Lebensjahr immer mal wieder die Situation, dass sich mein linkes Knie während des Fußballspielens kurzzeitig "instabil" anfühlte (Kniescheibe sprang dabei allerdings NIE raus), sodass ich immer mal wieder mit kleineren Ödemen und Ergüssen im Knie zu kämpfen hatte. Jedenfalls erlitt ich dann vor ca. 2 Jahren eine größere Verletzung in diesem Knie. Nachdem ich mir dieses "verdreht" hatte, wurde eine Knorpelabsplitterung hinter der Kniescheibe festgestellt und eine Mikrofakturierung wurde bei mir durchgeführt. Mit dem Fußballspielen habe ich seitdem aufgehört.

So weit so gut. Als mein Knie dann allerdings ca. 1 Jahr nach der Mikrofakturierung bei verschiedensten sportlichen Aktivitäten wie Wandern oder leichtem Beachvolleyball immer noch stark anschwoll, suchte ich verschiedenste Ärzte auf.

Der Zustand hat sich bis zum heutigen Tag, rund 2 Jahre nach der OP, nicht verändert: Ich bin zwar quasi komplett schmerzfrei im Knie (merke lediglich ein kleines Stechen beim Bergabwandern u.ä.), habe aber eine permanente leichte Dauer-Schwellung und gerade bei neuen sportlichen Aktivitäten schwillt das Knie dann noch einmal stärker an.

Aktuelle MRT-Untersuchungen ergaben nun, dass ich hinter der Kniescheibe einen Knorpelschaden vom Grad 2-3 habe, der zudem tendenziell größer zu werden scheint.

Zusätzlich hat ein Röntgenbild ergeben, dass meine Kniescheibe - wohl genetisch bedingt - etwas zu hoch steht ("patella alta"), was laut diesen Ärzten zusätzlichen Druck auf den Knorpel ausübt und damit mutmaßlich mit-ursächlich für den Knorpelschaden ist.

Basierend auf diesen Bildern haben mir nun 2 Ärzte empfohlen, eine erneute Knorpelbehandlung durchführen zu lassen und bei dieser Gelegenheit auch direkt eine Patelladistalisierung durchführen zu lassen, wobei die Kniescheibe nach unten versetzt wird. So erhoffen sich die Ärzte, die Ursache für meinen Knorpelschaden zu beheben und den Fortschritt dieses Knorpelschadens zu stoppen.

Meine Frage ist nun: Hat Irgendjemand Erfahrung mit solch einer Patelladistalisierung?

Ich vermute mal, um die Knorpelbehandlung werde ich leider nicht herum kommen, auch wenn ich aktuell schmerzfrei bin. Schließlich habe ich keine Lust einen noch größer werdenden Schaden auf baldige Arthrose...

Aber wovor ich wirklich Respekt habe ist dieses "Versetzen der Kniescheibe", denn jetzt kommts:

Wie gesagt haben mir 2 Ärtzte zu dieser OP geraten. Der 3. und letzte Arzt, wiederum, hat mir allerdings vehement davon abgeraten, weil er die Risiken eines solchen Eingriffs als zu groß einstuft.

Nun bin ich natürlich maximal verwirrt und erhoffe mir den ein oder anderen Erfahrungsbericht...

VIELEN LIEBEN DANK IM VORAUS! :)

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Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Orthopäde und Unfallchirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 25.05.2022
Ohne die Bilder zu kennen: Eine Patelladistalisierung ist in den Händen des Geübten eine absolute und eher kleine Knie OP,
machen wir im Moment fast jede Woche. Für mich haben die beiden ersten Ärzte absolut recht, der dritte nicht.
Grüße und gute Besserung aus der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, Tobias Radebold

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Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Orthopäde und Unfallchirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 25.05.2022
Sollte heißen absolut einfache und sichere

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Timo9111  sagt am 25.05.2022
Sehr geehrter Hr. Dr. Radebold,

Wow, TAUSEND DANK für Ihre schnelle und klare Rückmeldung - ich weiß das wirklich sehr zu schätzen! Das nimmt mir die Angst vor dieser OP. :)

Wenn Sie erlauben, würde ich noch eine allerletzte Rückfrage stellen:
Es gibt zwar keine Bilder davon, allerdings ist es laut den Ärzten wahrscheinlich, dass die Kniescheibe auch im rechten, bislang gesunden Knie zu hoch steht. Dort würde man zunächst nichts machen, solange ich hier symptomfrei bin. Soweit, so nachvollziehbar. Allerdings: Besteht durch den Versatz der linken Kniescheibe dann ein Risiko, dass ich zukünftig Probleme aufgrund einer "Fehlbelastung" von "asymmetrischen" Kniescheiben bekomme?
VIELEN DANK IM VORAUS! :)

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Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Orthopäde und Unfallchirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 25.05.2022
Nicht durch die Unterschiedlich Höhe der Kniescheibe, aber die Patella alta der Gegenseite ist eine präarthrotische Deformität.
Ich würde sie korrigieren, bevor sie den Knorpel kaputt macht. Nicht, dass Sie es einfach zu spät merken…

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Timo91111  sagt am 25.05.2022
Und noch einmal tausend Dank... und Wenn Sie erlauben noch eine allerletzte Frage... :)
Wie genau würde man solch eine beiseitige Korrektur durchführen?
Beide Seiten gleichzeitig? Dies hätte ja dann zwangsläufig zur Folge, dass man über längere Zeit im Rollstuhl sitzen müsste...
Oder erst das eine Knie, dann das andere? Dann müsste ja allerdings eine relativ lange Zeit zwischen den beiden OPs liegen, damit sich das zuerst operierte Knie zunächst wieder halbwegs regenerieren und Muskeln aufbauen kann.... Dann hätte man ja über 2 Jahre "Baustelle"... :/

VIELEN DANK IM VORAUS! :)

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Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Orthopäde und Unfallchirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 26.05.2022
Stimmt. Aber nicht beide gleichzeitig. Abstand mindestens 3 Monate.
Metallentfernung geht dann auf beiden Seiten zusammen.

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