Ichthyose (Fischschuppenkrankheit, Ichthyosis)

Lesezeit: 5 Min.

Meist handelt es sich um die milde Form Ichthyosis vulgaris

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Ichthyose oder Fischschuppenkrankheit beschreibt eine erblich bedingte Verhornungsstörung der Haut. Die Krankheit ist nicht ansteckend und kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
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Die Ichthyose kann in zwei Formen unterteilt werden. Die primäre Ichthyose ist erblich bedingt und tritt häufiger auf als die sekundäre Ichthyose. Diese Form wird auch Ichthyose vulgaris genannt. Der Gendefekt bewirkt, dass die Substanz Keratohyalin nicht richtig gebildet wird, die einen Schritt in der normalen Verhornung darstellt.
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Die Ichthyose X tritt bei Männern über das X-Chromosom auf. Eine bestimmte Substanz, die die Hornzellen miteinander verbindet, kann aufgrund eines fehlenden Enzyms nicht gebildet werden und an der Haut kommt es zu der Schuppenbildung.
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Die sekundäre Ichthyose ist nicht erblich bedingt und kann durch bestimmte Grunderkrankungen hervorgerufen werden. Oft liegen Erkrankungen wie ein bösartiger Tumor, Infektionen, Vitaminmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion vor. Sie kann auch infolge einer langfristigen Dialyse auftreten.
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Es kommt zur Bildung von mehr oder weniger großen Schuppen auf der Haut, die verschieden stark ausgeprägt sein können. Die Ichthyosis vulgaris beginnt im Laufe des ersten Lebensjahres, vor allem Unterarme und Unterschenkel sind betroffen.
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Oft tritt die Ichthyose gemeinsam mit anderen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Haarausfall auf. An trockener Haut entstehen schnell Risse, die sich leicht entzünden können. Oft leiden Betroffene unter dem Erscheinungsbild.
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In den meisten Fällen gibt schon das Gespräch mit dem Arzt den Hinweis auf eine Ichthyose. Dieser fragt auch nach einem möglichen Vorkommen in der Verwandtschaft. Der Nachweis und die genaue Diagnose erfolgen nach der Untersuchung einer Hautprobe im Labor.
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Konnte eine Erkrankung als Ursache festgestellt werden, erfolgt eine entsprechende Therapie. Bei einer primären Ichthyose erfolgt eine symptomatische Therapie. Die Haut muss mit Cremen, Lotionen und Salben sehr gewissenhaft gepflegt werden. Zudem sollten die Betroffenen zweimal täglich Baden, um die überschüssigen Hautschuppen zu entfernen.
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Eine primäre Ichthyose kann unterschiedlich schwer verlaufen, ist aber unheilbar. Wie jede chronische Erkrankung kann sich auch eine Ichthyose auf die Seele auswirken. Besonders Erkrankungen, die das Erscheinungsbild beeinträchtigen, führen häufig zu depressiven Zuständen. Daher ist eine Psychotherapie in den meisten Fällen sinnvoll.
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Auch wenn es sich um eine seltene Erkrankung handelt, lassen sich über soziale Medien und diverse Internetportale schnell andere Betroffene finden. Oft hilft es, sich mit Menschen, die das Gleiche durchmachen, auszutauschen.



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aktualisiert am 04.12.2018

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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