Gicht

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Bei der Gicht lagern sich Harnsäurekristalle in Gelenken ab

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Gicht ist eine Art Arthritis, die durch die Ansammlung von Harnsäurekristallen in den Gelenken verursacht wird. Eines der Gelenke, das am häufigsten betroffen ist, ist das Großzehengrundgelenk. Bei der Gicht leiden die Betroffenen unter einem erhöhten Harnsäurespiegel.
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Bei einem akuten Gichtanfall treten starke Schmerzen am betroffenen Gelenk auf. Bei manchen Menschen sind die Schmerzen so intensiv, dass sogar ein Bettlaken, das das Gelenk berührt, starke Schmerzen verursacht. Die Gichtanfälle dauern manchmal Stunden, manchmal Tage und sehr selten sogar Monate.
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Auf diesem Röntgenbild erkennt man die Arthritis am Großzehengrundgelenk.
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Bei akuter Gicht kommt es zu Schwellungen, Rötungen und Wärmebildungen an der entsprechenden Stelle, wie hier am Großzehgrundgelenk deutlich erkennbar.
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Auch andere Gelenke können von der Gicht betroffen sein, so zum Beispiel die Gelenke der Finger.
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Ellbogen, Handgelenk und Kniegelenk sind weitere Gelenke, die von einem Gichtanfall betroffen sein können.
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Eine chronische Gicht kann ein Nierenversagen verursachen.
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Die Gicht ist neben dem Diabetes in den Industrieländern eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Männer sind viel häufiger betroffen als Frauen. Die Wahrscheinlichkeit an Gicht zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu.
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Adipositas - vor allem in jungen Jahren - mäßiger bis schwerer Alkoholkonsum, Bluthochdruck und eine eingeschränkte Nierenfunktion gehören zu den Risikofaktoren der Gicht.
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Bei einer Blutuntersuchung findet sich ein erhöhter Wert für Harnsäure. Im Urin lassen sich Harnsäurekristalle nachweisen.
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Die Zufuhr von viel Flüssigkeit hilft bei einem akuten Gichtanfall und verringert das Risiko der Entstehung von Nierensteinen. Alkohol dagegen hat harntreibende Wirkung, führt zu Dehydration und trägt dazu bei, akute Gichtanfälle auszulösen.
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Eine Ernährungsumstellung kann dazu beitragen, akute Gichtanfälle zu vermeiden und den Harnsäurespiegel im Blut zu senken. Purinarme Lebensmittel sollten bevorzugt werden. Auf Innereien, Fleisch, Fisch und Gemüse wie Spinat und Erbsen sollte verzichtet werden. Auch Alkohol erhöht das Risiko eines Gichtanfalls.
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Bestimmte Medikamente reduzieren den Schmerz und die Entzündung. Dazu gehören Ibuprofen und Diclofenac. Andere Medikamente können den Harnsäurespiegel im Blut senken und akute Gichtanfälle vorbeugen.

aktualisiert am 10.02.2020

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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