Perikarderguss

Lesezeit: 2 Min.

Was versteht man unter einem Perikarderguss?

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Ein Perikarderguss ist eine Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel. Das Perikard ist ein bindegewebiger Sack, der das Herz umgibt. Seine Funktion ist es, das Herz in Position zu halten und ein Verdrehen zu verhindern.
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Das Perikard umschließt das Herz nahezu ganz, lediglich die abgehenden Gefäße liegen frei. Der Herzbeutel schützt das Herz vor dem Überdrehen. Es ist fest mit der Sehnenplatte des Zwerchfells verbunden. Eine weitere elastische Verbindung befindet sich zwischen Zwerchfell und Luftröhre und eine zum Brustbein hin.
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Im Normalfall beinhaltet das Perikard 20 bis 50 ml Flüssigkeit, im Extremfall kann es bis zu 2 Liter Flüssigkeit aufnehmen. Der Druck auf den Herzmuskel erhöht sich und die Aktivität des Herzens wird dadurch eingeschränkt. Die Herzkammern werden nicht mehr ausreichend mit Blut gefüllt, es kommt zu einer Unterversorgung.
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Mehrere auslösende Faktoren kommen für einen Perikarderguss infrage. Oft entsteht er aus einer Entzündung des Perikards heraus. Entzündliche Viruserkrankungen, wie eine Pneumonie, sowie Autoimmunerkrankungen und Krebserkrankungen können zur Entstehung führen.
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Auch nach einem Herzinfarkt, nach Verletzungen oder einem operativen Eingriff am Herzen kann es zu einem Perikarderguss kommen. Bisweilen kann der Erguss urämisch bedingt sein, also als Folge einer Harnvergiftung entstehen.
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Die Symptome ähneln einer Rechtsherzinsuffizienz. Betroffene haben blaue Lippen, gestaute Halsvenen, Ödeme und eine vergrößerte Leber.
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Ein Perikarderguss kann zu einer lebensbedrohlichen Situation führen, der sogenannten Herztamponade. Hierbei handelt es sich um eine akute Herzschwäche mit plötzlichem Blutdruckabfall und Schock. Das Herz kann seiner Aufgabe nicht mehr nachkommen. Es muss sofort gehandelt werden, in der Regel folgt eine Punktion des Herzbeutels.
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Eine schnelle Diagnose kann mit bildgebenden Verfahren wie einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomografie des Herzens erfolgen. Nach einer Punktion des Ergusses kann die Flüssigkeit im Labor histologisch untersucht werden.
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Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad des Ergusses. Leichte Perikardergüsse, insbesondere,wenn die genaue Ursache bekannt ist, können medikamentös behandelt werden. Schwerere Ergüsse müssen therapeutisch punktiert werden, um das Herz zu entlasten und Schäden zu vermeiden.
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In seltenen und schweren Fällen kann das operative Entfernen des Perikard sinnvoll sein. Insbesondere, wenn Schwielen und Vernarbungen so stark sind, dass das Herz schwere Schäden davon tragen würde.



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aktualisiert am 05.10.2018

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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