Augenverletzungen (Lider und Augenhöhle)

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Eine Verletzung am Auge ist ein akutes Geschehen. Um das Ausmaß der Verletzung gering zu halten, sollte sobald als möglich ein Arzt aufgesucht werden. In einigen Fällen müssen Betroffene in die Notaufnahme.
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Das Auge ist ein sehr wichtiges Sinnesorgan, dessen Funktion die visuelle Wahrnehmung ist. Der Augapfel liegt in den Augenhöhlen und ist nach außen durch das Augenlid geschützt. Durch die Augenmuskeln wird der Augapfel in Position gehalten. Über den Sehnerv werden die Reize an das Gehirn weitergeleitet.
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Verletzungen des Auges entstehen meist durch mechanische Einwirkungen. Stumpfe Verletzungen entstehen durch Gewalteinwirkung, wie zum Beispiel ein Faustschlag oder ein Ball, der das Auge trifft.
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Schnittverletzungen oder Stichverletzungen können durch spitze und scharfe Gegenstände verursacht werden. Oft müssen diese Verletzungen operiert werden.
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Viele Objekte können zu kleineren Verletzungen am Auge führen. So können Fingernägel, Haustierkrallen oder Äste unerwartet ins Auge geraten. Auch das ungeschickte Hantieren mit Kontaktlinsen kann zu kleinen Verletzungen am Auge führen.
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Im verletzten Auge können sich Fremdkörper befinden. Häufig kommt es bei Arbeiten wie Schweißen, Schleifen, Flexen oder beim Holzhacken zu derartigen Verletzungen. Daher sollte bei diesen Arbeiten immer eine Schutzbrille getragen werden.
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Ätzende Substanzen können das Auge verletzen. Diese Substanzen sind nicht nur im Chemielabor zu finden, auch viele scharfe Haushaltsreiniger können das Auge verletzen. Auch eine übermäßige Einwirkung von UV-Licht kann zu vorübergehenden Schäden an der Hornhaut führen.
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Gelangen ätzende Substanzen in die Augen, so müssen diese sofort mit klarem Wasser gespült werden. Zusätzlich muss ein Notruf abgesetzt werden und der Betroffene zur Untersuchung in die Klinik gebracht werden. In vielen Labors gibt es spezielle Augen-Waschbecken für Notfälle.
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Meist werden Verletzungen am Auge sofort bemerkt, insbesondere wenn äußere Strukturen wie das Augenlid betroffen sind. Oft kommt es zu Schmerzen und die Betroffenen pressen die Lider zusammen und meiden Sonnenlicht. Einige Verletzungen machen sich jedoch erst nach einigen Tagen als Fremdkörpergefühl oder Brennen bemerkbar.
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Durch Gewalteinwirkung am Auge kann sich der Augendruck erhöhen und ein Glaukom entstehen. Auf Dauer kann der erhöhte Druck den Sehnerv schädigen und das Sehvermögen massiv beeinträchtigen.
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Beim Augenarzt wird der Unfallhergang und die Art der Verletzung abgeklärt, das Auge eingehend betrachtet und ein Sehtest durchgeführt. Der Augenhintergrund wird beurteilt und auch der Augendruck muss gemessen werden.
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Bei schweren Verletzungen, zum Beispiel wenn Knochenbrüche an der Augenhöhle vorliegen, müssen bildgebende Verfahren durchgeführt werden. Mit einer Magnetresonanztomografie oder einer Computertomografie können auch tiefer liegende Schäden dargestellt werden.
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Kleinere Verletzungen sind oft harmlos und können mit Augentropfen oder Augensalben behandelt werden. Bei einer Infektionsgefahr werden antibiotische Wirkstoffe verwendet, bei Prellungen können kortisonhaltige Tropfen angewendet werden.
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In einigen Fällen muss das Auge durch einen Verband ruhig gestellt oder vor äußeren Einflüssen geschützt werden.
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Einige Verletzungen erfordern ein operatives Eingreifen. Lidverletzungen müssen oft vernäht werden und Splitter können mit sterilen Instrumenten entfernt werden. Bei einer Beteiligung von Strukturen um das Auge, wie Knochensplittern, erfolgt die Operation gemeinsam mit anderen Fachärzten.
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Die Prognose hängt von der Verletzung und der rechtzeitigen Versorgung ab. Die meisten Verletzungen lassen sich ohne große Folgeschäden behandeln. Verletzungen, die schwieriger sind oder eine Operation erfordern, können zu einer Sehschwäche führen.



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aktualisiert am 19.07.2019

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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