Gefäßverschluss des Auges

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Was ist ein Gefäßverschluss des Auges?

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Gefäßverschlüsse in der Netzhaut können zu Beeinträchtigungen beim Sehen führen. Der Verschluss kann von einem zentralen Venen- oder Arterienast ausgehen oder die kleinen Äste betreffen.
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Die Arterie ophthalmica geht von der Arterie carotis interna (innere Halsschlagader) aus, in der knöchernen Augenhöhle zweigt sie sich auf und führt zur Netzhaut. Von dort geht das Blut über das venöse System zurück in die Vene ophthalmica und schließlich zum Venenraum in der harten Hirnhaut.
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Häufig werden Gefäßverschlüsse durch eine Arteriosklerose oder einer Thrombose ausgelöst. In beiden Fällen wird das Gefäß verstopft. Das Blut kann, wie bei einem verkalkten Rohr, nicht mehr ungehindert fließen. Bei einer Arteriosklerose handelt es sich um eine Verstopfung mit Cholesterin-Ablagerungen, eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel.
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Einige Risikofaktoren begünstigen das Auftreten eines Gefäßverschlusses. Zu diesen Risikofaktoren gehören Rauchen, Bluthochdruck und ein erhöhter Augeninnendruck.
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Hohe Cholesterinwerte im Blut und die Krankheit Diabetes mellitus begünstigen das Entstehen eines Gefäßverschlusses. Insbesondere Menschen mit Übergewicht und einem ungesunden Lebensstil gelten als Risikogruppe.
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Die Horton-Krankheit wird in der Medizin auch als Arteriitis temporalis bezeichnet. Es handelt sich um eine Entzündung der verschiedenen Äste der Halsschlagader, speziell der Schläfenschlagader. Die Krankheit kann zu Sehstörungen und zu Gefäßverschlüssen führen.
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Ist die Zentralarterie oder die Zentralvene verlegt, kommt es zu Sehausfällen an fast der ganzen Netzhaut. Bei einem Arterienastverschluss oder Venenastverschluss ist nur ein Teil des Sehfeldes beeinträchtigt.
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Der Augenarzt wird im Untersuchungsgespräch Symptome und mögliche Ursachen abklären. Es folgt ein Sehtest und eine Gesichtsfelduntersuchung, um Ausfälle aufdecken zu können. Oft geben die bestimmten Ausfälle des Sehens schon erste Hinweise darauf, welches Gefäß verschlossen ist.
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Eine besonders wichtige Methode zur Diagnostik eines Gefäßverschlusses am Auge ist die Farbstoffaufnahme des Augenhintergrundes, die sogenannte Fluoreszenzangiographie. Ein Mittel wird in die Vene gespritzt und Aufnahmen von der Netzhaut gemacht. Auch eine Augeninnendruckmessung wird durchgeführt.
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Bei einem Gefäßverschluss muss der gesamte Gesundheitszustand ärztlich beurteilt werden. Daher werden unter anderem Blutuntersuchungen, ein Elektrokardiogramm und eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Besonders wichtig ist die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader.
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Bei Verdacht auf eine Horton-Krankheit, insbesondere bei einem Papilleninfarkt, muss eine Biopsie der Schläfenarterie durchgeführt werden. Die entnommene Probe wird im Labor auf spezielle Veränderungen untersucht.
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Ein Gefäßverschluss wird in der Klinik behandelt. Zunächst wird der Augendruck durch Medikamente gesenkt, um Schäden zu begrenzen. Verstopfungen können durch das Massieren des Augapfels gelöst werden. In manchen Fällen kann die Verstopfung mit einer Lysetherapie aufgelöst werden.
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In einigen Fällen kann das manuelle Ablassen des Augendrucks durch einen Einschnitt im Auge sinnvoll sein. Gefäßneubildungen und Wassereinlagerungen werden mit einer Laser-Operation behandelt.
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Das Auge kann sich bei einer guten Behandlung wieder komplett ohne Folgeerscheinungen erholen. In einigen Fällen bleibt eine Verschlechterung des Sehvermögens. Oft sind spätere augenärztliche Untersuchungen erforderlich.

aktualisiert am 07.10.2019

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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