Schambeinentzündung (Osteitis pubis)

Lesezeit: 4 Min.

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Die Schambeinentzündung ist eine Erkrankung am vorderen Bereich des Beckens, bei der es zu Schmerzen der Scham- und Leistengegend kommt.
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Besonders Leistungssportler (z. B. Fußballer) sind betroffen. Auf den vorderen Beckenbereich wirken die Kräfte der dort ansetzenden Muskeln des Oberschenkels und des Rumpfes ein. Durch starke Belastung an den Sehnen, Muskeln und der Knochenhaut kommt es zu feinen Verletzungen an den Strukturen und führt zu einer Entzündung.
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Auch bei übermäßiger Belastung der Schambeingegend, z. B. durch Geburten, Verletzungen, oder Operationen, wird das Schambein schwer belastet und es kann zur Entzündung kommen.
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Die Schmerzen einer Schambeinentzündung werden häufig an den Ansätzen der den Oberschenkel nach innen ziehenden Muskeln (Adduktoren) lokalisiert. Häufig finden sich die Schmerzen auch an der Leiste, an der Schambeinfuge oder an weiteren Gegenden wie Hüfte, Unterbauch und Becken.
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Der Arzt wird nach einem ausführlichen Gespräch ein bildgebendes Verfahren zur Bestätigung der Diagnose empfehlen. Trotzdem ist die Diagnose nicht leicht zu stellen.
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Durch Röntgen oder Magnetresonanztherapie kann der Verdacht gefestigt werden.
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Wer an einer Schambeinentzündung leidet, sollte sich körperlich schonen und zunächst kein intensives Training und keine Wettkämpfe bestreiten.
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Vor allem bei Leistungssportlern kann es schon nach einer Woche Trainingspause zu einem Leistungsdefizit kommen. Daher solle rechtzeitig mittels Physiotherapie einer Muskelverkümmerung vorgebeugt werden.
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Zusätzlich können physikalische Therapieverfahren wie eine Wärme- oder Kältebehandlung, eine Elektrotherapie oder eine Ultraschalltherapie durchgeführt werden.
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Wenn die konservative Therapie nicht hilft, kann eine Operation helfen. Das übliche Operationsverfahren bei einer Schambeinentzündung ist die Kürettage. Bei diesem Eingriff wird das angegriffene Gewebe an der Schambeinfuge abgeschabt.
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Meistens reicht eine konservative Therapie aus. Jedoch kann es Monate dauern, bis die Beschwerden komplett verschwunden sind und mit dem Training fortgesetzt werden kann.



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aktualisiert am 26.01.2021

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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