Knocheninfektion / Entzündung des Knochens (Osteomyelitis)

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Bei einer Knocheninfektion ist eine rasche Behandlung erforderlich um schwere Folgen zu verhindern.
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Eine Infektion des Knochens entsteht, wenn Keime in den Knochen gelangen. Die Erreger können durch offene Wunden oder Brüche in den Knochen gelangen.
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Keime im Blut können in den Knochen gelangen und eine Infektion und Sepisis (Blutvergiftung) hervorrufen.
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Neben einer Knochenentzündung können auch eine Knochenmarkentzündung, eine Knochenhautentzündung und eine Gelenkentzündung auftreten.
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An betroffener Stelle kommt es zu heftigen Schmerzen, Eiterbildung und den klassischen Entzündungszeichen. Auf dem Bild ist eine Osteomyelitis am großen Zeh zu erkennen.
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Nach einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung werden bildgebende Verfahren durchgeführt. Im Röntgen zeigen sich Veränderungen erst nach Wochen, dennoch ist eine Untersuchung angebracht.
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Eine Magnetresonanztomografie oder eine Computertomografie können Veränderungen deutlich machen.
Im Zuge einer Szintigrafie wird eine leicht radioaktive Substanz verabreicht, die sich im Körper ausbreitet. Durch das Verteilungsmuster lassen sich Veränderungen besonders gut verdeutlichen.
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Mit einer Blutuntersuchung lassen sich Entzündungsparameter feststellen. Eine Blutkultur kann Bakterien gezielt nachweisen, um passende Antibiotika zu verabreichen.
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Bei einer Knocheninfektion ist oft eine Operation notwendig. Das geschädigte und abgestorbene Gewebe muss ausgeräumt werden. Falls ein Gelenk oder eine Sehnenscheide beteiligt ist, erfolgt eine sorgfältige Spülung.
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Postoperativ empfiehlt sich das Legen einer Drainage, um Sekret abzusaugen. Saug-Spühldrainagen dienen zur Reinigung des Operationsgebiets. Meist werden Drainagen nach wenigen Tagen wieder entfernt.
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Nach der Operation wird der betroffene Bereich mit Bandagen, Gips oder Schienen ruhig gestellt. Oftmals muss aber eine offene Wundbehandlung erfolgen.
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In ärztlicher Absprache kann eine unterstützende Krankengymnastik helfen die Beweglichkeit beizubehalten und Muskel aufzubauen.
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In den meisten Fällen dämmt eine Operation die Entzündung ein und verhindert ein Ausbreiten der Erreger in die Blutbahn. Dennoch ist ein Wiederkehren der Entzündung nicht ausgeschlossen. Regelmäßige Kontrollen bei Ihren Arzt helfen bei der Früherkennung.

aktualisiert am 21.05.2019

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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