Lungenembolie, Lungeninfarkt

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Kommt ein Thrombus (Blutgerinnsel) in ein Lungengefäß, ruft er eine Lungenembolie hervor

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Bei einer Lungenembolie kommt es zum Verschluss der Lungenarterie. Oft ist ein Blutgerinnsel verantwortlich, dass sich von der Bein- oder Beckenvene gelöst hat. Löst sich ein Blutgerinnsel und gelangt in die Lunge kommt es zu Atemnot, Herzrasen und Schmerzen in der Brust. Die Symptome sind oft auch mit Husten und Angst verbunden. Selten kommt es zur stummen Embolie, wobei Betroffene erstmals keine Symptome haben.
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In den meisten Fällen löst sich ein Blutgerinnsel aus der Bein- oder Beckenvene. Über den Blutkreislauf gelangt dieses in die kleineren Lungenarterien und verstopft diese. Es kommt zur Unterversorgung des betroffenen Lungenflügels.
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Es gibt einige Risikofaktoren, die das Bilden eines Blutgerinnsels begünstigen. Besonders Patienten, die sich wenig bewegen, haben ein erhöhtes Risiko, z.B. bei Bettlägerigkeit, einem Knochenbruch oder auf Langstreckenflügen. Eine Phlebothrombose, die durch den Bewegungsmangel auf Langstreckenflügen entsteht, wird auch als Economy Class Syndrom bezeichnet.
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Weitere Risikofaktoren für Gerinnungsstörungen sind Herzerkrankungen, Medikamente oder eine Schwangerschaft. Auch kann die Embolie durch Fettablagerungen oder Knochenmark, die die Lunge verlegen, entstehen.
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Eine Lungenembolie erfordert immer eine Behandlung in der Klinik. Es folgt eine Blutentnahme, ein Elektrokardiogramm und eine Röntgenaufnahme der Lunge, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie.
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Eine Lungenembolie kann in vier Schweregrade eingeteilt werden. Diese richten sich nach der Stärke des verminderten Blutflusses und den auftretenden Symptomen.
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Die Therapie hängt von der Ursache der Lungenembolie ab. Der Patient erhält in der Regel gerinnungshemmende Medikamente. Ab dem dritten Stadium erhalten Betroffene Medikamente, die das Gerinnsel auflösen.
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Löst sich das Blutgerinnsel durch die Gabe von Medikamenten nicht auf, wird es operativ zerkleinert. Unter Röntgenstrahlung mit Kontrastmittel wird ein Katheter zum betroffenen Gefäß vorgeschoben, um den Thrombus zu zerkleinern.
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Nach der Bettruhe sollte sich der Patient rasch wieder bewegen. Um eine neue Embolie zu vermeiden, wird der Betroffene auf gerinnungshemmende Medikamente eingestellt und bekommt unterstützende Kompressionsstrümpfe.



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aktualisiert am 02.03.2021

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
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