Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

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Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen wird in der Fachsprache als Sinusitis bezeichnet. Die Entzündung ist sehr unangenehm und kann durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden.
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Die Nasennebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidete, luftgefüllte, paarige Aussackungen der Nasenhöhle und gewährleisten die Durchgängigkeit zur Nasenhaupthöhle und dem Rachenraum. Die genauen Aufgaben der Nasennebenhöhlen werden kontrovers diskutiert.
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Auslöser einer Sinusitis sind meist Erreger wie Haemophilus influenzae, Streptokokken sowie Pneumokokken oder auch Staphylokokken. Oft entsteht die Infektion der Nasennebenhöhlen durch einen virusbedingten Schnupfen.
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Bestimmte Gegebenheiten, wie eine verkrümmte Nasenscheidewand oder eine ungewöhnlich verformte Nasenmuschel, begünstigen eine Sinusitis. Auch vergrößerte Rachenmandeln fördern die Entwicklung einer Nasennebenhöhlenentzündung.
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Manchmal breiten sich Entzündungen des Gebisses bis hin zu den Nasennebenhöhlen aus und führen so zu einer Sinusitis. Hierbei wird von einer dentogenen Sinusitis gesprochen, die in der Regel von anaeroben Bakterien ausgelöst wird.
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Allergien gehen oft mit geschwollenen und entzündeten Nasennebenhöhlen einher.
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Die Beschwerden bei einer Sinusitis können recht unterschiedlich sein. Meist wird ein Druck im Bereich der Nebenhöhlen wahrgenommen, es kann zu Gesichts- und Kopfschmerzen kommen. Je nachdem welche Nebenhöhlen betroffen sind, kommt es zu unterschiedlichen Symptomen.
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Oft gehen die Beschwerden einer Sinusitis mit den Symptomen einer Erkältung einher. Die Nasenatmung ist beeinträchtigt, unter Umständen tritt ein allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber auf. Oft werden die Symptome von einem Husten begleitet.
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Breitet sich die Entzündung aus, kann es zu Komplikationen wie einer Meningitis oder zu Schäden an den Augen kommen. Insbesondere bei Kindern besteht die Gefahr, dass sich die Entzündung bis in das Mittelohr ausbreitet.
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Bei einer chronischen Sinusitis stehen andere Symptome im Vordergrund. Oft kommt es zu immer wiederkehrenden Kopfschmerzen und die Betroffenen fühlen sich müde und schlapp. Besteht die Sinusitis länger als acht Wochen, über drei Monate oder kehrt mindestens viermal im Jahr wieder, kann von einer chronischen Form ausgegangen werden.
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Bestehen die Beschwerden länger als drei Tage oder gesellt sich Fieber zu den Symptomen, sollte der Arzt aufgesucht werden. Der HNO-Arzt betrachtet die Nase von innen mit einem speziellen Endoskop. Im Gesicht werden spezielle Nervenpunkte auf ihre Schmerzempfindlichkeit überprüft.
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Erreger können mit einem Abstrich aus der Nase nachgewiesen werden. Mit einem Hauttest werden Allergene bestimmt, um eine Allergie auszuschließen. Auch bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung, eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomografie können sinnvoll sein.
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Der Schwellung wird mit abschwellenden Nasentropfen entgegengewirkt, jedoch soll die Therapie nicht länger als eine Woche angewendet werden. Ein weiterer Bestandteil der Therapie ist die Gabe von schleimlösenden Medikamenten. Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika verabreicht.
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Um den zähen Schleim aufzuweichen, kann Wasserdampf inhaliert werden. Der Dampf verflüssigt den Schleim, der dann besser abfließen kann. Zusätze wie Thymian, Kamille oder einige ätherische Öle wirken sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus.
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Während einer Sinusitis ist es besonders wichtig, viel zu trinken. Das Trinken verflüssigt den Schleim und sorgt für einen leichteren Abtransport. Besonders gut eignen sich Tees mit Zitrone, Honig und Ingwer.
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Infrarotlicht ist eine Tiefenwärmebehandlung, die Strahlen dringen in das Gewebe ein und beschleunigen den Stoffwechsel. Das Gesicht darf nur mit geschlossenen Augen angewendet werden.
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Die eigene Umgebung sollte den Bedürfnissen angepasst werden. Trockener Luft kann mit Luftbefeuchtern entgegengewirkt werden. Mit wenigen Tropfen ätherischen Ölen verbreitet sich zusätzlich ein angenehmer Duft.
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Ist eine Allergie die Ursache für eine Sinusitis, muss das auslösende Allergen vermieden werden. Bei einer Pollenallergie können zum Beispiel spezielle Netze vor dem Fenster installiert werden. Ein Pollenkalender zeigt Tage mit hoher Belastung an, zudem sollte die Pollenbelastung im Haushalt gering gehalten werden.
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In einigen Fällen kann eine Operation sinnvoll sein. So kann das Begradigen der Nasenscheidewand, das Verkleinern der Nasenmuschel oder das Entfernen von Polypen helfen, der Sinusitis Herr zu werden.
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Durch eine gewissenhafte Behandlung der Sinusitis werden die Symptome meist ohne weitere Probleme behoben. Unbehandelt kann sich die Entzündung weiter ausbreiten und zu Komplikationen führen.

Letzte Aktualisierung am 16.12.2020.

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