Tinnitus (Ohrgeräusche, Ohrensausen)

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Tinnitus kann das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen

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Das Wort Tinnitus kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie „Klingeln im Ohr“. Es handelt sich um Ohrgeräusche, die immer wieder oder dauerhaft auftreten. Die Geräusche werden unterschiedlich wahrgenommen und können die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
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Ein Tinnitus ist keine Krankheit an sich, es handelt sich hierbei um ein Symptom, dass auf eine grundlegende Störung hinweist. Da die Ursachen sehr unterschiedlich sind. kann er auch als Syndrom bezeichnet werden. Vermutlich leiden 10 bis 20 Prozent der Menschen in den Industriestaaten an einem Tinnitus. Er kann in jedem Alter und bei jedem Geschlecht auftreten.
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Es wird zwischen einem subjektiven und einem objektiven Tinnitus unterschieden. Der objektive Tinnitus wird von Geräuschen aus der Umwelt verursacht und kann auch von anderen wahrgenommen werden. Er wird von tatsächlichen Geräuschen im Körper verursacht, wie Strömungsgeräuschen des Blutdruckes, einem Gaumensegelnystagmus oder Krämpfen im Mittelohr.
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Weit häufiger tritt ein subjektiver Tinnitus auf, auch hier sind die Ursachen vielfältig. So können zum Beispiel Menschen, die dauerhaftem Lärm ausgesetzt sind, einen Tinnitus erleiden. Auch durch Fehlverarbeitungen im Gehirn, im Rahmen einer Altersschwerhörigkeit oder durch eine Minderdurchblutung des Ohrs können die Ohrgeräusche entstehen.
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In einigen Fällen liegt die Ursache außerhalb des Innenohrs. Eine Mittelohrentzündung oder eine Gehörgangsentzündung sowie ein Fremdkörper oder Ohrenschmalzpfropf können Ohrgeräusche auslösen.
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Schwere Verletzungen wie ein Schädelbasisbruch oder ein Kieferbruch können Ohrensausen hervorrufen. Auch Verletzungen und Erkrankungen innerhalb des Schädels, die zum Beispiel das Gehirn oder den Hörnerv betreffen, können einen Tinnitus auslösen.
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Ein Tinnitus kann auch psychisch verursacht werden. Da bei Stress und seelischen Belastungen Adrenalin ausgeschüttet wird, kann es zu Gefäßverkrampfungen im Ohr kommen. Das Innenohr wird mit zu wenig Sauerstoff versorgt und es kommt zum Ohrensausen.
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Die Ohrgeräusche werden unterschiedlich wahrgenommen, oft werde sie als Pfeifen, Rauschen oder Brummen beschrieben. Manchmal wird auch über ein sägendes, zischendes oder knackendes Geräusch geklagt. Der Tinnitus kann permanent oder nur gelegentlich auftreten und ist bei jedem Betroffenen individuell ausgeprägt.
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Einige Betroffene werden in ihrer Lebensqualität vom Tinnitus beeinträchtigt. Häufig wird über Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche geklagt. Manchmal führen die Ohrgeräusche auch zur Arbeitsunfähigkeit und zu Depressionen.
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Im Gespräch mit dem HNO-Arzt wird die Beschaffenheit und Intensität ermittelt, auch mögliche Ursachen werden abgefragt. In einem Hörtest wird die Lautstärke des Tinnitus bestimmt. Erkrankungen werden mit anderen Verfahren, wie einer Blutabnahme oder einer Schädel-Röntgenuntersuchung ausgeschlossen.
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Einige Mittel zur besseren Sauerstoffversorgung des Ohrs oder gegen eine Entzündung können als Infusion verabreicht werden. Auch eine Sauerstofftherapie kann sinnvoll sein und den Betroffenen auf mehreren Ebenen unterstützen.
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Eine spezielle Art von Hörgeräten, sogenannte Tinnitus-Masker, überdecken das Ohrgeräusch. Nach einiger Zeit wird das Geräusch nicht mehr wahrgenommen und nicht mehr als störend empfunden.
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Langfristig können Entspannungstechniken wie Yoga, Qi-Gong oder autogenes Training helfen, die Symptome zu mindern. Grundsätzlich sollte Lärm von Betroffenen gemieden werden.
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Prinzipiell kann jeder Tinnitus wieder vergehen. Insbesondere ein akutes Geschehen legt sich nach einiger Zeit wieder. Umso eher der Tinnitus therapiert wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten.



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Letzte Aktualisierung am 17.08.2020.

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