Chlamydien (Chlamydien-Infektion)

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Die Infektion mit Chlamydien ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Es gibt verschiedene Typen von Chlamydien die diverse Krankheiten auslösen können.
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Bei der Frau kann die Chlamydien-Infektion unter anderem den Gebärmutterhals infizieren, was meist symptomlos bleibt. Die Infektion kann aufsteigen und zu einer Eileiter- und Eierstockinfektion führen.
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Chlamydien werden durch direkten Kontakt übertragen. In den meisten Fällen geschieht das durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.
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Babys können sich im Zuge der Geburt mit Chlamydien anstecken. Befinden sich Chlamydien in der Scheide der Mutter, gelangen diese auf die Haut des Kindes und es kann zu einer Augeninfektion kommen.
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Oft bleibt die Chlamydien-Infektion unbemerkt. Ein bis drei Wochen nach der Infektion können Symptome wie vermehrter Ausfluss und ein brennendes Gefühl beim Harnlassen auftreten. Steigt die Infektion weiter auf, kann es zu stärkeren Beschwerden kommen. Durch einen Abstrich wird eine Probe für das Labor gewonnen.
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Auch Männer bleiben von einer Infektion nicht verschont. Nach zwei bis sechs Wochen kann eine Harnröhrenentzündung auftreten, die durch das Austreten von Eiter gekennzeichnet ist. Beim Urinieren verspüren Betroffene ein Brennen, Schmerzen und Jucken.
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Eine andere Art von Chlamydien Bakterien tritt häufig in Entwicklungsländern auf und löst eine Augenentzündungen aus. Das Bakterium gelangt oft von der Hand in das Auge, vermutlich können auch Fliegen den Erreger übertragen.
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Eine weitere Chlamydien Art ist das Bakterium Chlamydophila pneumoniae. Die Übertragung erfolgt via Tröpfcheninfektion, also durch Niesen und Husten. Der Keim führt zu einer Atemwegserkrankung.
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Auch über die Federn und den Kot von Vögeln können Chlamydien übertragen werden. Chlamydophila psittaci ist der Erreger der sogenannten Papageienkrankheit, die grippeartige Symptome mit hohen Fieber hervorruft und in einer schweren Lungenentzündung enden kann.
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Mehrere Wochen nach einer Chlamydien-Infektion kann es zu einer Gelenkentzündung mit Fieber kommen. Eine sogenannte Chlamydien-induzierte Arthritis. Oft leiden junge Männer an dieser Komplikation. Die Entzündungen können auch an Augen, Harnröhre und anderen Körperstellen auftreten.
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Durch das Bestimmen des Erbguts können die Chlamydien in einer Probe nachgewiesen werden. Die Probe kann aus vom Gebärmutterhals (Gebärmutterhalsabstich) oder der Harnröhre (Harnröhrenabstrich) gewonnen werden.
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Im Blut können Antikörper gegen den Erreger nachgewiesen werden. Der Nachweis lässt nicht auf einen akuten Befall mit Chlamydien schließen. Auch nach einer bereits auskurierten Chlamydien-Infektion werden Antikörper nachgewiesen.
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Da es sich bei Chlamydien um eine bakterielle Infektion handelt, werden diese mit passenden Antibiotika behandelt. Es ist wichtig den Partner mitzubehandeln, um eine Rückansteckung zu verhindern.
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Sind die Augen von der Infektion betroffen, muss ein Sehtest bei einem Augenarzt erfolgen. Zudem muss der Augenarzt das Auge mit einer Spaltlampe untersuchen und eine Therapie einleiten.
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Infektionen des Auges werden mit einer entsprechenden Augensalbe oder Augentropfen behandelt. Fall nötig kann später eine Operation, um zum Beispiel Verklebungen zu beseitigen, erfolgen.
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Je nach Chlamydien-Typ ist die Prognose unterschiedlich. Meist verlaufen die Infektionen ohne Beschwerden und ohne Folgen. Durch die Behandlung mit den richtigen Antibiotika heilt die Krankheit gut ab. Nur unbehandelt kann die Infektion schwere Folgeschäden verursachen.



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aktualisiert am 20.04.2020

Autoren
V. Kittlas Volker Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt
S. Deschamps Silke Deschamps
Gesundheitsredakteurin
Dr. med. Georg Mekras Dr. med. Georg Mekras
Arzt
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